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Gemeinsam mehr Versorgungssicherheit

Verbund von polnischem und westeuropäischem Erdgasnetz /
Anbindung ermöglicht Transport von Nordseegas nach Polen

 
 
Warschau. Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sind in immer größerem Umfang auf Erdgasimporte angewiesen. Nach Untersuchungen der Internationalen Energieagentur (IEA) werden allein bis zum Jahr 2015 rund 75 Prozent des europäischen Bedarfes durch Erdgasimporte gedeckt werden müssen. Neben Zugang zu Energiequellen und langfristigen Lieferverträgen mit Produzenten habe die Diversifizierung der Importwege dabei eine entscheidende Bedeutung für die zukünftige sichere Energie­versorgung in Europa. Als ein notwendiger Importweg ist daher die Ostsee­pipeline Nord Stream vom Europäischen Parlament als „vorrangiges Vorhaben von europäischem Interesse“ anerkannt worden. Für Polen, das zur Diversifizierung seiner nationalen Importe derzeit eine eigene Pipeline durch die Ostsee nach Dänemark plant, ergeben sich mit dem Bau der Nord Stream jetzt Möglichkeiten für weitere Importrouten – und Zugang zu Erdgas aus der Nordsee.
 
So hat das europäische Energieunternehmen WINGAS bei einer Informationsveranstaltung der Deutschen Botschaft in Warschau heute deutlich gemacht, dass das polnische Erdgasleitungsnetz künftig mit der westeuropäischen Infrastruktur auf dem Landweg verbunden werden kann. Damit würde Polen sowohl russisches wie auch Erdgas von Produzenten aus der Nordsee beziehen und über die westeuropäische Infrastruktur bis nach Polen transportieren können. Möglich wird die Verbindung der polnischen Erdgasnetze auf dem Landweg mit der westeuropäischen Infrastruktur, weil WINGAS im Zuge des Baus der Ostseepipeline auch das Erdgasnetz in Deutschland stark ausbaut. Neben der Ferngasleitung JAGAL (Jamal-Gas-Anbindungs-Leitung), die direkt an der deutsch-polnischen Grenze bei Frankfurt/Oder Erdgas aus der Transit­pipeline Jamal-Europa übernimmt, bietet vor allem die neu geplante Erdgasleitung OPAL mehrere Mög­lichkeiten, das polnische und das deutsche Pipelinesystem miteinander zu verbinden.
 
„Die geplante Pipeline OPAL verläuft auf mehr als 480 Kilometern, oft in einem Abstand von nur wenigen Kilometern, entlang der deutsch-polnischen Grenze“, erläuterte Ingo Neubert, Geschäftsführer der WINGAS TRANSPORT GmbH & Co. KG in Warschau: „Gleich an mehreren Stellen könnten Verbindungen zum polnischen Pipelinesystem hergestellt werden.“ Damit wäre Polen in das westeuropäische Ferngasleitungsnetz sicher eingebunden. Geplanter Baubeginn für die Pipeline OPAL ist 2008.
 
Das mehr als 2.000 Kilometer lange Erdgas-Fernleitungsnetz der WINGAS TRANSPORT ist direkt verbunden mit den großen europäischen Transit­leitungen aus Russland und der Nordsee und ist zudem über feste Kapazitätsvereinbarungen mit den europäischen Handelsplätzen in Belgien, den Niederlanden und Großbritannien vernetzt. Neubert: „Damit hat sich diese Infrastruktur zu einer Drehscheibe des europäischen Erdgastransportes entwickelt – von der nun auch Polen profitieren kann.“
 
Vor dem Hintergrund anhaltender Diskussionen über Umweltstandards beim Bau der Nord Stream wies WINGAS auf der Veranstaltung in Warschau darauf hin, dass die geltenden, hohen Umweltstandards in der EU selbstverständlich eingehalten und die betroffenen Anrainerstaaten beteiligt werden. Anderen Unternehmen und Staaten wie auch Polen, die ebenfalls Pipeline-Projekte in der Ostsee verfolgen, empfahl Neubert die Kooperation mit der Nord Stream AG. Denn die Herausforderungen etwa beim Umgang mit Munitionsaltlasten oder auch ökologischen Rahmen­bedingungen seien in der Ostsee für alle dieselben. Die Nord Stream AG habe in der umfangreichen Planungsphase hier bereits erhebliches Know-how gesammelt, von dem auch andere bei Zusammenarbeit profitieren könnten.
 
Nord Stream schafft direkte Anbindung an die russischen Quellen
 
Die 1.200 Kilometer lange Ostseepipeline Nord Stream soll die russische Ostseeküste bei der Stadt Wyborg mit der deutschen Ostseeküste in der Höhe von Greifswald verbinden und Erdgas nach Deutschland trans­portieren, von wo es weiter in die europäischen Nachbarländer gelangen kann. Ende 2010 soll Nord Stream in Betrieb gehen, wobei zunächst ein Leitungsstrang mit einer Transportkapazität von 27,5 Milliarden Kubik­metern Erdgas pro Jahr gebaut wird. In der zweiten Phase wird die Trans­portkapazität mit einem zweiten Leitungsstrang auf rund 55 Milliarden Kubikmeter pro Jahr verdoppelt. Das Gemeinschafts­unternehmen Nord Stream wurde im Dezember 2005 für die Planung, den Bau und den Betrieb der Nordeuropäischen Gasleitung durch die Ostsee gegründet. Gazprom ist mit 51 Prozent, die BASF-Tochter Wintershall sowie E.ON Ruhrgas sind mit jeweils 24,5 Prozent an dem gemeinsamen Unternehmen beteiligt.
 
 
Die WINGAS GmbH liefert als europäisches Energieunternehmen Erdgas an Kunden in Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Österreich, der Tschechischen Republik und Dänemark. Zu den Kunden gehören Stadtwerke, regionale Gasversorger, Industriebetriebe und Kraftwerke. In den Aufbau einer eigenen Erdgastransport- und Speicherinfrastruktur hat das Unternehmen seit 1990 mehr als 3 Milliarden Euro investiert. Im norddeutschen Rehden verfügt WINGAS über den größten Erdgasspeicher Westeuropas – mit einem Volumen von über vier Milliarden Kubikmetern Arbeitsgas und ist am zweitgrößten Speicher Mitteleuropas in Haidach, Österreich, beteiligt. Zur sicheren Versorgung Europas mit Erdgas entstehen derzeit weitere Erdgasspeicher in Großbritannien und Deutschland.
 
WINGAS TRANSPORT GmbH & Co. KG ist ein Tochterunternehmen der WINGAS GmbH und betreibt deren überregionales Gasfernleitungsnetz. Sie bietet ihren Kunden hochmoderne und wettbewerbsfähige Transportdienstleistungen über ein deutschlandweites Hochdruckfern­leitungsnetz von insgesamt über 2.000 Kilometern Länge einschließlich acht Verdichterstationen an. Im Herzen Europas positioniert sich diese Infrastruktur als Schnittstelle europäischer Erdgastransporte. Damit Deutschland auch in Zukunft seine Rolle als Drehscheibe beim Energie­transit wahrnehmen kann, baut WINGAS TRANSPORT ihre Dienstleistungen und Kapazitäten kontinuierlich weiter aus.
 

WINGAS PI-07-12 - 30.05.2007

Kontakt:
Michael Sasse
Telefon +49 561 301-3301
Fax +49 561 301-1321
pressewingas.de
 
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