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Innovative Dampfturbinentechnik: WINGAS und WINGAS TRANSPORT bauen Transportkapazitäten aus

Pilotprojekt nutzt Abwärme und reduziert Emissionsausstoß / Überwindung von Netzengpässen / Millioneninvestition
 
Mallnow. Die Ferngasgesellschaft WINGAS GmbH und deren Tochtergesellschaft WINGAS TRANSPORT GmbH & Co. KG gehen beim Transport von Erdgas neue Wege: In der Erdgasverdichterstation Mallnow bei Frankfurt/Oder wird künftig die Abgasabwärme von drei bestehenden Gasturbinen zum Betrieb einer neuen Dampfturbine genutzt. „So sparen wir teure Antriebsenergie, nutzen modernste Technologie und reduzieren die spezifischen CO2-Emissionen“, sagt Dr. Rainer Seele, Sprecher der Geschäftsführung der WINGAS. Die Unternehmen investieren mehr als 25 Millionen Euro in das Projekt. Die erforderlichen Genehmigungen für den Beginn der Bauarbeiten liegen bereits vor. Im Oktober 2007 soll der mit einer Dampfturbine betriebene Erdgasverdichter in Betrieb gehen.
 
Der Netzbetreiber WINGAS TRANSPORT betreibt bundesweit acht Verdichterstandorte. Die Station Mallnow in der Nähe der deutsch-polnischen Grenze gehört zu den wichtigsten Anlagen im mehr als 2.000 Kilometer umfassenden Pipelinesystem. Hier kommt russisches Erdgas aus den Fördergebieten in Westsibirien an und wird in das deutsche Erdgasferntransportsystem eingespeist. „Die Zusatzturbine wird uns die Möglichkeit geben, zukünftig jede Stunde bis zu 3,5 Millionen Kubikmeter russischen Erdgases zu übernehmen und zu Verbrauchern in Deutschland und Westeueropa weiter zu transportieren“, erläutert Ingo Neubert, Geschäftsführer der WINGAS TRANSPORT. „Angesichts der zunehmenden Kostenbelastung für Netzbetreiber in Deutschland durch Treibgasbesteuerung und Auflagen für CO2-Emissionen ermöglicht es die effiziente Technik zudem, unsere Wettbewerbsfähigkeit beim Erdgastransport zu erhöhen“, so Neubert weiter.
 
Seit 2002 gehört die kontinuierliche Reduktion von CO2-Emissionen zu den globalen Umweltzielen der Unternehmen der BASF-Gruppe. Erst im September 2006 ist die Muttergesellschaft der WINGAS für besondere Leistungen im Umgang mit dem Klimawandel und bei der Verringerung von Treibhausgasen im renommierten Climate Leadership Index bestätigt worden. In diesem Zusammenhang kündigte BASF an, ihre Ausgaben für den Klimaschutz deutlich auszuweiten und unter anderem neue Verfahren zur Steigerung der Energieeffizienz zu entwickeln.
 
Die Anlagen in Mallnow laufen üblicherweise 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr, sodass die Dampfturbine kontinuierlich mit Abwärme beliefert werden kann. Ein Kanal von rund vier Metern Durchmesser leitet die Abgase der Gasturbinen zu einem Abhitzekessel. „Dort wird der Dampf produziert, der die neue Turbine antreibt“, erläutert Horst Bokelmann, Fachbereichsleiter Betriebstechnik, den Anlagenprozess. Anschließend wird der genutzte Dampf in einem geschlossenen Kreislauf gekühlt und wieder verflüssigt. „Das Wasser wird bei der erneuten Dampferzeugung wieder eingesetzt“, sagt Bokelmann, „und befindet sich damit in einem geschlossener Kreislauf.“ Die Dampfturbine hat eine Leistung von bis zu 20 Megawatt. Insgesamt sorgen nach dem Ausbau des von WINGAS TRANSPORT betriebenen Areals in Mallnow vier Verdichter mit einer Gesamtleistung von 95 Megawatt für den benötigten Druckaufbau.
 
Verdichteranlagen sind ein wichtiges Element beim Erdgastransport. Auf dem Weg zum Endkunden legt das Erdgas mehrere tausend Kilometer zurück und verliert dabei an Druck. Mit den Verdichtern wird der Druck des Erdgases etwa alle 200 Kilometer wieder auf ein Niveau von rund 95 bis 100 bar angehoben. Zum Vergleich: Ein Autoreifen hat einen Luftdruck von zwei bar.
 
Die WINGAS GmbH ist als europäisches Energieunternehmen im Erdgas-Handel und -Vertrieb an Kunden in Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Österreich, der Tschechischen Republik und Dänemark aktiv. Zu den Kunden gehören Stadtwerke, regionale Gasversorger, Industriebetriebe und Kraftwerke. In den Aufbau einer eigenen Erdgastransport- und Speicherinfrastruktur hat das Unternehmen seit 1990 mehr als 3 Milliarden Euro investiert. Das über 2.000 Kilometer lange WINGAS-Leitungsnetz verbindet die großen Gasreserven Sibiriens und die Erdgasquellen in der Nordsee mit den wachsenden Absatzmärkten in Westeuropa. Im norddeutschen Rehden verfügt WINGAS über den größten Erdgasspeicher Westeuropas – mit einem Volumen von über vier Milliarden Kubikmetern Arbeitsgas. Zur sicheren Versorgung Europas mit Erdgas entstehen derzeit weitere Erdgasspeicher in Großbritannien, Österreich und Deutschland.
 
Die WINGAS TRANSPORT GmbH & Co. KG, ein Tochterunternehmen der WINGAS GmbH, bietet ihren Kunden hochmoderne und wettbewerbsfähige Transportdienstleistungen an. Sie betreibt dafür deutschlandweit das Hochdrucknetz der WINGAS, insgesamt mehr als 2.000 Kilometer Erdgas-Fernleitungen. Im Herzen Europas positioniert sich diese Infrastruktur als Schnittstelle europäischer Erdgastransporte. Damit Deutschland auch in Zukunft seine Rolle als Drehscheibe beim Energietransit wahrnehmen kann, baut WINGAS TRANSPORT ihre Dienstleistungen und Kapazitäten kontinuierlich weiter aus.
 

WINGAS PI-07-08 - 18.04.2007

Kontakt:
 
Nicholas Neu
Telefon +49 561 301-3301
Fax +49 561 301-1321
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