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Gemeinsam mehr Versorgungssicherheit

Verbindungen zwischen den nationalen Netzen stärken die Versorgungssicherheit in ganz Europa / WINGAS TRANSPORT bekräftigt Gesprächsangebot an polnische Netzbetreiber

Warschau. Die Erdgas-Transportgesellschaft WINGAS TRANSPORT treibt die Integration der europäischen Erdgasnetze weiter voran: Das Unternehmen hat das Angebot, das polnische mit dem westeuropäischen Erdgassystem über die deutsch-polnische Grenze zu verbinden, jetzt auf einer Energiekonferenz in Warschau bestätigt und weiter konkretisiert. WINGAS TRANSPORT hatte der staatlichen polnischen Erdgasgesellschaft PGNiG im Mai 2007 den Vorschlag unterbreitet, sich mit einer direkten Anbindung an der nahe der Grenze verlaufenden Erdgasleitung OPAL an das westeuropäische Versorgungssystem anzuschließen. Dadurch könnte Polen Erdgas aus dem Westen – z. B. aus der Nordsee – bis nach Polen transportieren. Hierzu müssten einige Kilometer noch fehlende Pipeline über die deutsch-polnische Grenze hinweg verlegt werden. Die OPAL soll Ende 2011 in Betrieb gehen.

Ergänzend hierzu bietet WINGAS TRANSPORT an, auch Gespräche über so genannte Interkonnektoren, zum Beispiel direkt an der Grenze in Mallnow an der Jamal-Europa-Pipeline, aufzunehmen. Im Einzugsbereich der Übergabe- und Verdichterstation Mallnow könnte durch technische Baumaßnahmen der physische Gasfluss, der bislang ausschließlich in Ost-West-Richtung verläuft, so umgebaut werden, dass bei Bedarf auch Erdgas in die umgekehrte Richtung West-Ost transportiert werden kann. Dies erfordert jedoch größere Baumaßnahmen und insbesondere eine vorherige detaillierte Abstimmung der Netzbetreiber.

„Interkonnektoren zwischen den Netzen werden immer wichtiger. Denn mit der Anzahl der Interkonnektoren in Europa wächst die Robustheit der Netze und somit die Versorgungssicherheit“, sagte Dr. Gerhard König, Sprecher der Geschäftsführung der WINGAS, am 23. Oktober 2009 auf der Konferenz „Energiesicherheit in der Europäischen Union“ in Warschau. Eine solche neue Netzverbindung an der Jamal-Europa-Leitung könnte in Havariefällen die Notversorgung für Polen vom Westen aus absichern, betonte der Geschäftsführer der WINGAS, zu der der Netzbetreiber WINGAS TRANSPORT gehört. Netzverbindungen zwischen dem polnischen Netz und den Netzen der Nachbarländer gelten auch als eine Grundvoraussetzung, um den „Energie-Inselstatus“ der drei Baltischen Republiken aufzulösen. Denn nur wenn Polen sich an das westeuropäische Netz anschließt, können die drei baltischen Staaten aus Westeuropa Gas im Transit über Polen beziehen. „Wir rechnen mit politischer Rückendeckung aus Berlin und Warschau, wenn Polen das Konzept eines neuen Interkonnektors in Brüssel der EU-Kommission vorstellt“, erklärte König.

Der polnische Premierminister Tusk gab kürzlich bei der Vorstellung der Entwicklungsstrategie „Polen 2030“ bekannt, dass er zur Stärkung der Energiesicherheit seines Landes Polen an benachbarte Gasnetze schnellstmöglich anbinden will. Die Bundesregierung unterstützt dieses Ansinnen und will bei der Verbindung der Gasnetze beider Länder helfen.

Hintergrund:
Im Unterschied zu vielen EU-Mitgliedern ist in Polen der Erdgasanteil an den primären Energiequellen gering. So hat Polen einen der niedrigsten Pro-Kopf-Verbräuche in der ganzen Europäischen Union. Denn Polen setzt vor allem auf heimische Kohle. Mit ihr werden vier Fünftel des Strom- und Wärmebedarfs gedeckt. Kernkraftwerke gibt es bisher nicht. Polens Gasmarkt ist im Vergleich mit dem westlicher EU-Länder klein. Das Land verbraucht mit 40 Millionen Einwohnern im Jahr etwa 14 Milliarden Kubikmeter Gas, Deutschland dagegen – mit der doppelten Einwohnerzahl – rund 100 Milliarden Kubikmeter.


PI-09-06 - 23.10.2009

Kontakt:
Michael Sasse
Telefon +49 561 301-3301
Fax +49 561 301-1321
pressewingas-transport.de
 
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