Planung und Bau der Süddeutschen Erdgasleitung (SEL) eingestellt
Kassel. Der Fernleitungsnetzbetreiber WINGAS TRANSPORT GmbH & Co. KG stellt mit sofortiger Wirkung die Planung für den Bau der 500 Kilometer langen Süddeutschen Erdgasleitung (SEL) ein. Als Grund führt das Kassler Unternehmen die zunehmend unklaren Rahmenbedingungen für den Betrieb und Ausbau von Fernleitungsnetzen in Deutschland an. Die Pipeline SEL sollte von Burghausen an der deutsch-österreichischen Grenze bis nach Lampertheim in Hessen verlaufen. Die notwendigen Investitionen waren mit mehr als 600 Millionen Euro veranschlagt worden. WINGAS TRANSPORT sieht die nachhaltige und langfristige Wirtschaftlichkeit des konkurrierenden Leitungsbaus in Deutschland inzwischen nicht mehr als gewährleistet an. „Bevor neue Investitionsentscheidungen in maßgeblichen Größenordnungen getroffen werden, muss geklärt werden, wie eine Energieinfrastruktur auch zukünftig wirtschaftlich genutzt werden kann“, erklärte Ingo Neubert, Geschäftsführer der WINGAS TRANSPORT. Bei der Entscheidung zum Stopp der SEL-Planungen verweist der Netzbetreiber unter anderem auf die aktuelle Entscheidung der Bundesnetzagentur, die Nutzungstarife der in Konkurrenz zu anderen überregionalen Netzgesellschaften errichteten und betriebenen Erdgasfernleitungen zukünftig statt durch den Markt behördlich festzulegen. Das Unternehmen stehe weiterhin bereit, in ein marktwirtschaftlich organisiertes Transportgeschäft zu investieren und dabei entsprechende Risiken einzugehen, erklärte WINGAS TRANSPORT. Dazu sollte allerdings die im Energiewirtschaftsgesetz angelegte Option umgesetzt werden, im Leitungswettbewerb stehende Erdgasinfrastrukturen einem regulierenden internationalen Tarifvergleich zu unterziehen, statt eine bürokratische Prüfung aller Einzelkosten vorzunehmen. Leider sei ein solcher Tarifvergleich nicht einmal begonnen worden, informierte Neubert, gesetzlich vorhandene Spielräume würden nicht genutzt. Viel mehr soll nun undifferenziert ein regulatorisches Einheitssystem den wettbewerbskonformen Tarifvergleich ersetzen und diesen dauerhaft überflüssig machen. Dadurch sei die Zukunft des Leitungswettbewerbs in Deutschland knapp drei Jahre nach Verabschiedung des Energiewirtschaftsgesetzes infrage gestellt. Die Süddeutsche Erdgasleitung SEL wurde in einer Bruchteilseigentumsgemeinschaft gemeinsam mit E.ON Ruhrgas AG, Essen, geplant. |
PI-08-06 - 19.11.2008Kontakt:
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