
 In Kassel, nahe der geographischen Mitte Deutschlands, befindet sich das Gehirn des von WINGAS TRANSPORT betriebenen Leitungssystems, unsere Dispatching-Zentrale. Von hier aus wird mittels modernster Informationstechnologien und Steuerungssysteme unser gesamtes Erdgasleitungsnetz rund um die Uhr lückenlos überwacht und gesteuert. Die dazu notwendigen Daten aus den Stationen erhält unsere Dispatching-Zentrale über Lichtwellenleiter, die entlang unserer Erdgasleitungen installiert sind.
Historie
Anfang der 1960er Jahre entschieden sich die ersten Energieverbraucher, anwendungsfreundliches Erdgas einzusetzen. Die noch sehr übersichtliche Zahl dieser deutschen Erdgas-Pioniere wurde zunächst aus norddeutschen Gasfeldern beliefert. Für den Betrieb der Gasfelder wurden Messwarten erforderlich, von denen aus gleichzeitig die nachgelagerten Erdgasleitungen und -stationen überwacht wurden.
In den 1970er Jahren setzte beim Erdgas ein regelrechter Boom ein. Im gesamten Bundesgebiet wurden leistungsfähige Fernleitungssysteme gebaut, die verschiedenen Betreiber verknüpften ihre Pipelinenetze untereinander. Zugleich stieg die Zahl der Erdgaskunden sprunghaft. Mit den bis dahin angewandten Messwarten-Technologien ließen sich die großen anfallenden Datenmengen nicht mehr bewältigen. Das war die Geburtsstunde des heutigen Dispatching: Die Messwarten wandelten sich zu Dispatching-Zentralen, ausgestattet mit professionellen Möglichkeiten zur Systemüberwachung und zum Gasflussmanagement.
Komplexe Beziehungen verlangen differenzierte Antworten: Je mehr sich die Erdgas-Leitungsnetze miteinander verflochten, umso stärker prägte dies auch die Aufgaben des Dispatching. In den 1980er Jahren verschoben sich deshalb die Akzente: Vertragsgestaltungen und Mengendispositionen entwickelten sich zu neuen Hauptaufgaben der Dispatching-Zentralen.
Auch in den 1990er Jahren übernahm unsere Dispatching-Zentrale neue Aufgaben. Auslöser waren vor allem zwei Ereignisse: die Öffnung der Grenzen in Richtung Osten und die Partnerschaft der WINGAS mit der russischen OAO Gazprom. Dadurch erweiterte sich unser Fernleitungsnetz wie auch die transportierten Mengen in rasantem Tempo. Zahlreiche neue Netzkopplungspunkte entstanden zur Verbindung des WINGAS-Systems mit nachgelagerten Netzen.
Diese starke Expansion stellte unser Dispatching vor vielfältige, bisher unbekannte Anforderungen. Wir statteten unsere Zentrale mit modernsten Informationstechnologien und Steuerungssystemen aus. Einen entscheidenden Schritt hin zum professionellen Mengenmanagement und zur permanenten Überwachung unseres gesamten Systems vollzogen wir zudem 1992 mit der Verlegung von Lichtwellenleitern neben unseren Erdgasleitungen.
Herausforderungen
Unsere Dispatchingzentrale erfüllt folgende Aufgaben: - Gewährleistung eines sicheren und zuverlässigen Erdgastransports im Auftrag unserer Transportkunden,
- Überwachung und Steuerung des gesamten Leitungsnetzes,
- Technische Optimierung,
- Information und Kommunikation,
- Definition technischer Standards und Anforderungen.
Für die Zukunft rechnen wir mit einer weiter steigenden Bedeutung eines zuverlässigen Dispatching. Dafür sprechen vor allem die folgenden Faktoren:
- Steigende Import-, Transport- und Transitmengen von Erdgas bei etwa gleichbleibendem Inlandsaufkommen
- Neue Anforderungen des europäischen Binnenmarktes
- Zunehmende Durchleitung durch dritte Netze
- Übernahme weiterer Dienstleistungsaufgaben für Händler und Transporteure
Aber wir wachsen mit unseren Aufgaben!
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