Wie funktioniert eine Verdichterstation?Verdichterstationen sind ein wichtiges Element im Ferngasnetz. Bei dem Transport von der Lagerstätte bis zum Kunden legt das Gas mehrere tausend Kilometer zurück. Auf diesem Weg verliert es an Druck, vorrangig durch Reibung der Moleküle im Gasstrom und an den Leitungswänden. In den Verdichterstationen, die im Abstand von ca. 200 Kilometern im Pipelinenetz eingebunden sind, wird der Druck wieder erhöht. Das heißt, das Gas wird im Verdichter zusammengepresst, das Volumen des Gasstromes verkleinert sich: Mehr Erdgas kann durch die Leitung gedrückt werden. Die Verringerung des Volumens bezeichnen Fachleute als Verdichtung.Zwei Hauptelemente einer Verdichterstation sind: die Turbine, die mit Erdgas als Treibstoff betrieben wird; und der Erdgasverdichter. Die einzelnen Einheiten einer Verdichterstation sind in schallgedämmten Hallen untergebracht. Gasturbine Angetrieben wird der Verdichter von einer Gasturbine, die wie das Triebwerk eines Flugzeugs konstruiert ist. Zahlreiche Bauteile findet man in ähnlicher Form auch in den Triebwerken von Flugzeugen: Für den Rückstoßantrieb von Düsenjets werden Strahltriebwerke eingesetzt, deren Aufbau der industriell eingesetzten Gasturbine ähnelt. Die Triebwerke verfügen über eine Düse, durch die der Abgasstrahl austritt. Das austretende Gas gibt dem Flugzeug den Schub; in der Gasturbine bewirkt der Abgasausstoß die Rotation von nachgeordneten Laufrädern. Diese sind durch eine Antriebswelle mit dem Erdgasverdichter verbunden und treiben so den Verdichter an. Jeder der zwei (ab Dezember 2005 drei) Erdgasverdichter in Eischleben wird von einer Gasturbine mit jeweils 30 Megawatt angetrieben. Das sind umgerechnet 40.500 PS. Die Turbinen vom Typ GT10C der Siemenstochter Power Generation Industry (PGI), einem der weltweit größten Hersteller von Gasturbinen sind auf dem neuesten Stand der Technik: Außer in Eischleben sind weltweit erst vier Exemplare im Einsatz. Es handelt sich um die Weiterentwicklung international bewährter Gasturbinen. Der erste erfolgreiche Lauf einer Gasturbine fand vor mehr als 70 Jahren statt. Verdichter Um Druck zu erzeugen, benutzt man Turboverdichter, die mit Hilfe von rotierenden Laufrädern funktionieren. Mehrere Laufräder sind auf einer Welle hintereinander angeordnet. Die Laufräder drehen sich mit einer Geschwindigkeit zwischen 3.850 und 10.900 Umdrehungen pro Minute. Dadurch werden die Moleküle des einströmenden Gases nach außen geschleudert und so dichter zusammengepresst ähnlich wie Wäsche in einer Wäscheschleuder. Das Gas, das zum Beispiel Eischleben verlässt, hat einen Druck von 90 Bar. Zum Vergleich: Ein Autoreifen hat einen Luftdruck von zwei Bar. Hochdruckleitungen, die große Distanzen überwinden, können mit bis zu 100 Bar betrieben werden. Wird der Druck des Gases erhöht, steigt auch seine Temperatur. Da Ferngasleitungen bei Erdbodentemperaturen betrieben werden, wird das Gas vor der Einleitung in die Rohre wieder heruntergekühlt. Die WINGAS GmbH ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Wintershall AG (65 %) und der russischen OAO Gazprom (35 %). Seit ihrer Gründung im Jahre 1993 hat sie sich als feste Größe im europäischen Erdgasmarkt etabliert. Wintershall und Gazprom haben bis heute rund 3 Milliarden Euro in den Aufbau einer strategisch ausgerichteten Infrastruktur investiert. Zu dieser Infrastruktur gehören ein mehr als 2.000 Kilometer langes Ferngasleitungsnetz sowie der größte Erdgasspeicher Westeuropas. WINGAS. Gemeinsam mehr Energie. |
PI-05-08a - 11.07.2005Kontakt
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